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| (2110) waldmann Mon, 8 March 2010 10:39:02 +0100 |
"Die Schlosskuppel wird sogar originalgetreu wieder aufgebaut."
So steht es noch auf der Regierungshomepage. Na ja,abwarten und Tee trinken.
| (2109) Reinhard Rupsch Sun, 7 March 2010 13:06:14 +0100 |
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Dort in Spanien, in Toledo
Sprengte man den Alcasar
Aufgebaut ist er als Credo:
Spanien, neu und wunderbar!
Moskaus Kreml wurde zweifach
Aus der Asche aufgebaut
Wär´ die Stadt denn noch die Gleiche
Würd´ auf Glas und Stahl geschaut?
Selbst Venedig sah mit Schrecken
Seinen Campanie stürzen
Wär´ der Marcusplatz der selbe
Würde Stahlbeton ihn würzen?
Wenn Berlin statt all´ der Blöcke
Rastermaß und Spiegelgas
Neubarocke Pracht vorzöge
Böt´ die Mitte viel mehr Spaß!
Laßt uns Neues schön gestalten
Hehr im Werk, verspielt im Stuck
Helft Berlin den Charme erhalten
Schenkt der Hauptstadt DIESEN Schmuck!
Zusammenfassung:
Wachtelbrust statt Currywust
Reinhard Rupsch, 2002
| (2108) waldmann Sun, 7 March 2010 12:20:24 +0100 |
Das stimmt, aber in Berlin baut man ja auch (wegen eines albernen Fußballturniers) einen verkürzten Hauptbahnhof.
| (2107) FreiburgerJurist Thu, 4 March 2010 14:31:00 +0100 |
Ich hatte schon in einem älteren Kommentar gesagt, dass der Förderverein nach Errichtung des Schlosses in einen neuen Verein überführt werden sollte. Dieser "neue" Verein setzt sich für die Rekonstruktion aller Teile des Schlosses ein, die ohne Eingriff in die bestehende Bausubstanz möglich wären. So könnte man den Apothekerflügel, die Innenräume, die Schlossterassen, die Attikaskulpturen und die Laternen neben der Schlosskuppel wiedergewinnen. Ich hoffe Herr Boddien liest dies, denn ich halte ihn für den geeigneten Geschäftsführer für diesen Nachfolgeverein, da er die nötige Motivation und die Kontakte zur Politik mitbringt. Dies ist aber noch nicht aktuell, da wir jetzt wirklich alles daran setzen müssen, dass wir so viel Schloss wie möglich bekommen.
| (2106) berlinfreund Thu, 4 March 2010 07:02:22 +0100 |
Alle Kraft sollte hingegen auf die Verwirklichung der historischen Kuppel gelegt werden, denn die will Bauminister Ramsauer (ein Ur-Bayer in Preußen!) ja auch noch streichen. Hier gibt es parteiübergreifend Verbündete. Darauf alle Kraft konzentrieren. Es wäre schlichtweg ein Witz, bei ca. 500 Mio. die paar Millionen einsparen zu wollen. Es ist ein Jahrhundertbauwerk, das sollte man bedenken. Das Schloß ohne historische Kuppel ist Unsinn. Das sieht sogar Wowereit, der Tagesspiegel und der RBB ein.
| (2105) Kreuzberger Thu, 4 March 2010 00:20:47 +0100 |
Idiotie ist ein noch zu harmloser Ausdruck für das, was sich hier als vorläufiger Höhepunkt, besser gesagt Persiflage unserer Architekturgeschichte abzeichnet.
| (2104) Oli Thu, 25 February 2010 23:01:58 +0100 |
Treffender hätte man es nicht formulieren können, Sie haben ins Schwarze getroffen. Das Synonym Bundesrepublik verkommt immer mehr von einer Marke des Mittelmäßigen zu einem Garant für Unzulänglichkeit und Feigheit!
Ein reines Schloß darf nicht sein, denn es wäre schön. Und wie kann nach heutiger - politisch korrekter - Sicht eine solche Zeit, in der es entstand schöngeredet werden? Das kratzt an einem anerzogenen Geschichtsbild, das darf nicht sein. Also muß es mit unserer "Moderne" kaschiert werden. Die Angst der Republik vor - ja, wovor eigentlich? Dem Kaiser?
Eher wohl der Enttarnung...
| (2103) FreiburgerJurist Thu, 25 February 2010 21:11:21 +0100 |
Ich kann Ihnen da nur zustimmen, aber anscheinend hat man immer noch nicht begriffen, dass Modernes und Altes nicht zusammenpasst und das die Moderne sich bitte aus den deutschen Innenstädten heraushalten soll. Die "Star"-Architekten können sich gerne auf der grünen Wiese austoben, aber nicht in 1000 Jahre alten Stadtkernen.
Das Moderne in der Architektur vom Schloss wirkt nur besser, weil es sich auf Kosten des historischen in Stellung bringt. Ansonsten hätte man Stellas Ostfassade nicht mal für eine italienische Hochgarage genommen. Aber die Politik und die Architekten müssen es als Geniestreich feiern, da sie ansonsten beide ihre Unzulänglichkeit in Architekturfragen zugeben müssten.
| (2102) Historiker Thu, 25 February 2010 20:14:19 +0100 |
| (2101) Berlinbesucher Fri, 19 February 2010 21:37:04 +0100 |
Ich freue mich auf ein Stueck neues altes Berlin.
| (2100) MitteinsHerz Thu, 18 February 2010 16:42:47 +0100 |
Warum ist das in Deutschland nicht möglich? Das beste Beispiel für einen historischen Wiederaufbau ist und bleibt doch wohl Dresden mit seiner Frauenkirche und sage und schreibe 8 (in Worten: ACHT!) wiederaufzubauende Quartiere (HäuserBLÖCKE) rund um den Neumarkt, die entweder orginalgetreu, historisierend oder zumindest in seiner modernen Architektur angelehnt an den Vorgängerbau wiedererstellt werden. DAS ist ohne großes Politmachtgeplänkel oder projektgefährdende lobbyistische Grabenkämpfe, in einem überschaubaren Zeit- und Kostenrahmen, ABSOLUT möglich, wie man hier sehr schön verfolgen kann:
http://www.neumarkt-dresden.de/
Was nun inzw. in Berlin mit dem Schloss abzulaufen scheint, kommt doch zunehmend einer provinzialen Farce gleich, und anstatt daß man GERADE an Stellen wie dieser hier Mut macht, aufklärt, Kräfte bündelt oder einfach nur spricht, überläßt man allenthalben wildwuchernden Spekulationen und Resignation das Terrain. Traurig...
| (2099) Hannes Wed, 17 February 2010 23:21:08 +0100 |
So etwas wäre in England oder anderen kultivierten Ländern nicht möglich!
| (2098) MitteinsHerz Mon, 15 February 2010 09:56:25 +0100 |
SEHR richtig, Oli! Diesen Misstand prangerte ich schon seit Wochen hier an. Ich empfinde es zunehmend als traurig bis unverschämt, ja gar peinlich, wie hier mit den Wunschträumen einer großen Masse, nach dem Wiedererstehen dieses wunderbaren Objektes umgegangen wird. So ungern man den Kritikern des Wiederaufbaues "Öl auf deren Mühlen gießen" möchte aber SO wird aus dem ganzen Vorhaben auch in meinen Augen überhaupt NISCHT! Ganz im Gegenteil, macht mir dieses monatelange Stillschweigen an dieser exponierten Stelle sogar dahingehend Sorge, daß man ob der verfahrenen Gesamt-Situation, so langsam gänzlich resigniert und somit die Erstellung der Klassik-Fassade elementar ins Wanken gerät, sodaß man zum Schluß gar die Horrorvision eines neuerlichen schmucklosen Betonkastens an dieser einmaligen Stelle Berlins realisiert. DAS wäre vor der gespannt wartenden, interessierten Weltöffentlichkeit dann wohl der jämmerlichste Schildbürgerstreich der deutschen Baugeschichte... WÄRE, denn GANZ habe selbst ich die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Der Auftritt, oder vielmehr NICHTauftritt der hier Verantwortlichen ist allerdings inzwischen in höchstem Grade bedenklich bis fahrlässig, wie ich finde... :-(((
Ihre Ungeduld, auf unserer Website ständig etwas Neues sehen zu wollen, kann ich schon verstehen. Aber wir können die Bauplanung nun einmal nicht beschleunigen. In der Ruhe liegt die Kraft: Gut Ding braucht Weile, gerade bei einem solchen Riesenbau wie dem Berliner Schloss / Humboldtforum, der doch so sorgfältig auch deswegen geplant werden muss, weil
- er ein zukunftsweisender, äußerst funktionaler und dennoch variabler Bau sein soll,
- weil hier viele Nutzer und Interessen unter einen Hut gebracht werden müssen,
- weil an den Inhalten des Humboldtforums noch gearbeitet wird – und davon hängt auch die innere Raumfolge ab
- weil zugleich der Bau einen späteren Weiterbau im historischen Sinne ermöglichen soll und last, but not least:
- die Budgets später eingehalten werden müssen
Wir gehen davon aus, dass die Entwurfsplanung im Laufe des späteren Frühjahrs abgeschlossen sein wird – sowie es wirklich Neues gibt, werden wir dies hier unverzüglich veröffentlichen. Aber spekulieren im Sinne von Aktionismus oder gar wie Sie - schlimmsten Befürchtungen - wollen wir sicher nicht, auch weil wir wissen, das alles positiv läuft. Also bitte ich Sie einfach noch um etwas Geduld!
Beste Grüße
Wilhelm von Boddien
| (2097) Oli Sun, 14 February 2010 11:07:41 +0100 |
Keine Informationen zum weiteren Sachstand, sprich: Kuppel, Portale, Innenausbau - all das was das Schloß eigentlich ausmacht. So wird die Rechnung (das Sammelziel) nicht aufgehen.
Würde hier ein richtiges Schloß wiedererrichtet werden, wäre die Spendenbereitschaft sicherlich gigantisch (siehe Frauenkirche Dresden). Bei diesem halbherzigen Versuch (Betonkasten mit Sandsteintapete) ohne Kuppel bzw. mit Baumarkthaube wird es schwer, auch nur im Ansatz auf die zugesagten 80 Mio. zu kommen.
Initial habe ich auch für ein Schloß gespendet. Nach der Entscheidung ohne Kuppel und mit fehlenden wesentlichen Schloßbestandteilen werde ich nicht weiter spenden. So wird es wohl vielen gehen.
Vor diesem Hintergrund wäre es wichtig, hier den unbedingten Willen und Kampfgeist zum Ausdruck zu bringen, der elementar ist, um die Leute bei der Stange zu halten.
| (2096) Sowieso Sat, 13 February 2010 19:43:45 +0100 |
| (2095) kein Lateiner Mon, 18 January 2010 21:46:42 +0100 |
| (2094) berlinfreund Mon, 18 January 2010 14:03:18 +0100 |
| (2093) noch ´n Lateiner Sun, 17 January 2010 22:52:05 +0100 |
| (2092) lateiner Sat, 16 January 2010 18:01:11 +0100 |
| (2091) Maus Fri, 15 January 2010 11:24:44 +0100 |
So ist der Ratio wirklicher Ideologen hier einzuschätzen. Ich finde es interessant, was dem Leser hier an „Geisteswelt“ vorgeführt wird.
Zu dem Buch von Gunnar Heinsohn gibt es in der ZEIT eine ernüchternde Rezension:
http://www.zeit.de/2004/10/SM-HeinsohnKURZ?page=all
Viele Grüße
| (2090) Kreuzberger Fri, 15 January 2010 01:38:29 +0100 |
| (2089) berlinfreund Thu, 14 January 2010 22:51:47 +0100 |
| (2088) FreiburgerJurist Thu, 14 January 2010 15:42:04 +0100 |
@Maus
Meine Güte, haben Sie das auf einem Wir-verbessern-die-Welt-Historiker-Kongress gehört?
Kriege werden aufgrund von widerstreitenden Interessen geführt, alles andere ist geschichtsphilosopischer Unsinn. Schon lange vor jeder Form von Nationalstaaten wurden Kriege ausgetragen. Auch Militarismus kann man in der Geschichte des Krieges nicht als Kriegsgrund ausmachen. Ägypter, Babylonier, Römer waren nicht gerade militarisierte Völker und haben trotzdem ihre Nachbarn angegriffen. Drittens sind es wohl kaum nur Monarchien die in der Geschichte Kriege geführt haben. Republiken sind insbesondere heute viel kriegslustiger als es die Monarchien sind. Der einzige Grund dafür, dass wir heutzutage im Frieden leben ist der , dass der Angreifer aufgrund des technischen Fortschritts stets die schlimmsten Konsequenzen (bis hin zur totalen Auslöschung) befürchten muss.
Übrigens unterstellen Sie mir indirekt, dass ich für den Militarismus bin, was völlig falsch ist. Allerdings können Sie nicht zwischen Jungen in Matrosenanzügen auf Postkarten und einer Gesellschaft, wie sie in Sparta bestand, unterscheiden.
Wahrscheinlich beziehen Sie Ihre Information über die Gesellschaft des Kaiserreichs nicht nur aus "Der Untertan", sondern auch aus "Der Hauptmann von Köpenick".
| (2087) QCSE Thu, 14 January 2010 13:30:47 +0100 |
"Die Erziehung zu unbedingten Gehorsam, dass Einschwören auf „seinen“ Fürsten, falscher Patriotismus, trieben die Menschen in den Krieg."
Selten so einen Unfug gelesen !
Kriege werden ausschliesslich über die Demographie
geführt (oder überspitzt formuliert über den Uterus ), man informiere sich zB hier
http://www.pdf4ebook-verlag.de/ShneundWeltmacht.html
| (2086) Maus Thu, 14 January 2010 12:01:13 +0100 |
Diese Erziehung spielte doch danach immer noch eine Rolle! Schauen Sie sich einmal Propagandapostkarten aus der Zeit des 1. Weltkrieges an. Kinder in Waffen können Sie dort auch bemerken. Und was soll bitte Ihrer Meinung nach verkehrt sein so etwas abzulehnen, nur weil es bei den „68ern“ auch schon auftauchte?
***
Nein, auf diese Diskussion brauchen wir uns hier nicht einlassen. Sie interpretieren neu errichtete Schlossfassaden als eine Art Hommage an das „progressive“ Preußen, und ich möchte nur darlegen, dass es nicht nur diese Seiten hatte, im Gegenteil, dass es, meinetwegen wie andere Staaten auch, Momente in sich barg, die unsere Geschichte auch nachhaltig negativ beeinflussten.
Der Leser erkennt doch, dass so ein Projekt wie dieses mit Verklärungen und Verdrehungen einhergeht. Das ist ja eigentlich das Fatale. Der Unsinnigkeit soll mit allen Mitteln eine „Sinnhaftigkeit“ übergestülpt werden. Die Spender sollen ja motiviert werden.
***
Wenn wir ehrlich sind, wurde anfangs sicher nicht soweit gedacht. Es wurde nur immer mehr „draufgesattelt“, um Unterstützung erfahren zu können.
Warum engagiert man sich denn nicht für echte Kulturdenkmale als für so einen Nachbau,
wenn es doch darum geht Geschichte sichtbar zu erhalten?
Im Augenblick mache ich mir noch keine Gedanken über das \"Nachher\". Wir müssen mit aller Kraft am \"Heute\" arbeiten. Wenn wir das schaffen, können wir auch über die spätere Zukunft nachdenken. Merke: Der Appetit kommt mit dem Essen. Aber dazu muss vorher \"gekocht\", d.h. erfolgreich Spenden gesammelt werden!
Wilhelm von Boddien