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Grumbkow
25. Juni 2009
Schön soll es sein, das „Schloss“ bzw. „Humboldtforum“. Das heißt vor allem möglichst unkompliziert, irgendwie vertraut und dabei noch repräsentativ. Unverfänglich soll es sein. Ohne Herausforderung, ohne Erschütterung, ohne Verwirrung und auf jeden Fall – ohne Zweifel. Ich will nichts sehen, was mehrdeutig sein könnte. Nichts, was mich zu einer Stellungnahme nötigt oder zur Selbstreflektion. Ich möchte etwas sehen, wovon ich schon vorher weiß, dass es schön ist. Etwas, bei dessen Anblick ich mich sicher und geborgen fühle. Ich will erleichtert aufatmen, wenn ich daran vorbeispaziere. Weil dieses Bauwerk dort – das „Schloss“ – mir keine Fragen stellt, die ich vielleicht nicht beantworten kann. Weil es mir eine Zeit wachruft, in der noch nicht alles relativ war, sondern ordentlich, übersichtlich und schön. Mein „Schloss“ will nichts von mir, außer beklatscht zu werden. Und das ist leicht. Denn es vermeidet alles, was Distanz erzeugen könnte. Es ist, wie ich gerne wäre: Es braucht keine unentdeckten Kontinente. Alles ist bekannt. Es will zuhause bleiben. Kein Wagnis, nur Gewissheit und Gemütlichkeit. Mein „Schloss“ ist immer vorzeigbar und gefällt jedem, der vorbeikommt. Ich muss es nicht rechtfertigen, denn es ist barock und barock darf man schließlich sein, ohne Verdacht auf sich zu ziehen. Mit meinem „Schloss“ wird mir die eigene Stadt zu Omas guter Stube.
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mohr
8. Februar 2009
Revolutionäre Idee: Ich denke das WTC, World Trade Center, passt von seiner Grundfläche von 4000 m² super gut auf den Schlossplatz. Sie standen ja auch direkt am Wasser und es benötigte auch eine Art Wanne deshalb. Stellen sie sich vor, das Teil im Herzen von Berlin. Was für ein Turismuss das anziehen könnte. Und vor allem, was ein Ausblick von da oben wäre. Man könnte ein Teil des Schlosses dann da oben draufsetzen, ratet mal welches. Die ganze Welt würde kopfstehen & kommen. Die Möglichkeiten des Palastes könnte man dann auf der anderen Seite des Wassers wiederherstellen. Eine kleine Brücke über das Wasser, fertig. Stellen sie sich das verrücke einmal vor. Irre. Und die Baukosten des WTC waren nur 37 Millionen Dollar. Klar, der Dollar war damals noch etwas mehr wert, aber es hätte ja auch nur Platz für einen Turm. Den könnte man so machen wie er war, bis auf den Brandschutz, der war aus Asbest. Das Teil ist so fett konfiguriert das kein Flugzug es umreisen kann, lauf den Plänen der Konstrukteure des Hauses, was sie auch betonen, da ja ins Empire State Building vorher eines nebligen Tages ein B25 Bomber einschlug. Deshalb hatten sie den besten Stahl, nicht zu schmelzen von Kerosin welches nur mit 650° brennt und gar ohne Pendelgewicht für die dicksten Stürme auf diesem Continet berechnet. So ein Haus in Berlin, he, das wäre doch was großartiges, oder? Und dann die Kuppel oben auf HALLO…. Gerade weil das WTC Geschichte ist wäre dies etwas wo die ganze Welt 1000% mehr aufsehen nach Berlin brächte als das Schloss wie es mal war. Bauen wir es doch vielleicht in Frankfurt original auf. Ist doch sowieso die Hauptstadt Deutschlands.
Warum die WTC Geschichte sind? palast.org
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In dubio pro reko
23. Januar 2009
Wieso wird auf ihrer Seite nicht auch offiziell die Wiederherstellung der Fassaden im “Großen Schlosshof” eingefordert? Der Architekt Stella sieht dies zurecht in seinem Entwurf vor, weil sie nämlich NICHT von minderer Quailtät waren und es auch wert sind, dass man sie rekonstruiert. Wieso unterstützt man den Architekten bei diesem Vorhaben nicht? Stattdessen kommt es mir so vor, als wenn man diese Fassaden längst abgeschrieben hat. In meinen Augen ein Skandal. Herr von Boddien wo sind sie? Warum lassen sie sich diese Chance entgehen? Und setzen sich jetzt nicht zusammen mit dem Architekten Stella für die Rekonstruktion ein? Das sollten sie uns dringend erklären. Sie sind das den Spendern schuldig, die möglichst viel Schloss zurückhaben wollen. Außerdem je mehr Schloss desto höher wird auch die Spendenbereitschaft sein.
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mohr
16. Januar 2009

OK! Hier noch ne Info was mich dazu treibt:
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Grumbkow
6. Januar 2009
Ja, ich bin einer von denen, die immer noch nörgeln. Ein Schlossgegner. Wobei ich „Schloss“ sogar in Anführungszeichen setzen würde. Und „Humboldt-Forum“ am liebsten auch. Aber Achtung: Mein „Nein“ zur Schloss- bzw. Fassadenrekonstruktion ist bitte noch lange kein „Ja“ zu irgendeinem nichtssagenden, modernistisch-kalten Monumentalprotz aus Stahl, Glas und Granit! Ich liebe barocke Architektur! Ich bin – auf eine eher naive Weise – zutiefst fasziniert von allem, was alt ist und vor dem Verfall gerettet werden muss. Wenn ich durch Berlin gehe, baue ich im Geiste ganze Stadtviertel wieder auf. Das meine ich ernst.
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Busch2803
19. Dezember 2008
Ohnmacht und Enttäuschung sind meine Reaktion auf den preisgekrönten Schlossentwurf. Man muss nicht bis nach Dresden gehen um wunderbare Rekonstruktionen mit originaler Fassade zu erleben, die u. U. sogar das Original in den Schatten stellen.
In Potsdam sind ganze Stadtviertel aus ihrem Ruinenzustand gerissen worden und man ist sprachlos bei soviel schöner Bausubstanz.
Glücklicherweise ist fast immer historisch wiederaufgebaut worden, die Vermischung von dekorativen Bauelementen mit einer nackten modernen Fassade ist die Ausnahme und sieht auch entsprechend erschreckend aus.
Ein deprimierendes Beispiel ist das Jagdschloss Glienicke, dem der Bauhausadept Max Taut große Glasfenster eingesetzt hat.
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philsch
12. Dezember 2008
Wir, das Volk, bedanken uns für die Ermordung!
Der Palast der Republik, als geschichtsträchtiger Ort kulturellen Gedächtnisses, fiel zugunsten einer seelenlosen Monstranz im kapitalistisch-imperialistischen Herrschaftsgestus.
Danke für die Einkaufspassagenoptik gen Osten. Danke für die Einblicke in den restaurativen Rollback, der sich in Wirklichkeit als ein Angriffskrieg, im Sinne der dem Primat der Ökonomie und Herrschaftsverschleierung unterliegenden Osterweiterungsideologie, erweist.
Heil dem Sieg des gleichmachenden Konsums. Geschichte wird von Siegern gemacht.
Kommt aus den Trabantenstädten um zu schaun, der Politik aufs Maul zu haun.
Lasst sie -ja, sie! die fetten Jahre sind vorbei- rennen, lasst sie brennen…
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BlogRedakteur
6. Dezember 2008
Liebe Besucher!
im Zuge der Neugestaltung der Internetpräsenz des Fördervereins Wiederaufbau Berliner Schloss e.V. wurde das alte Forum sowie das Gästebuch in diese moderne und kommunikationsfreundlichere Variante umgewandelt. Wir hoffen das die Diskussion der Themen rund um den Wiederaufbau des Berliner Stadschlosses mindestens so intensiv wie bisher erfolgt und freuen uns auf Ihre Meinung!
Alle bisherigen Forums- und Gästebucheinträge wurden übertragen. Das gilt auch für die alten Benutzerkonten. Wobei hier ein paar Einschränkungen existieren.
Alle Infos zum Thema Benutzerkonten und weitere wichtige Hinweise finden Sie unter
Infos und Regeln
Ansonsten wünschen wir Ihnen eine angenehme Diskussion!
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forumuser
3. Dezember 2008
Nachdem ich mir die Grundrisse und Ansichten des Siegerentwurfes nochmal genau betrachtet habe, ist mir aufgefallen, daß nicht nur die beiden Risalite (Portal 2 und 4) des Eosanderhofes rekonstruiert werden.
Es sind alle vier Risalite zusammen mit den gesamten Eosanderhoffassaden (Fensterachsen) vorgesehen. Ebenfalls wird die Hofseite des Eosanderportals rekonstruiert!
Um zusätzliche Nutzfläche zu bekommen, hat Stalle lediglich zwei Kuben in den rekonstruierten Eosanderhof gestellt.
Das Schloß bekommt also nicht nur die Kuppel zurück, sondern auch beide Höfe, wenn auch einer bebaut werden soll.
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kreuzberger
1. Dezember 2008
Nach dem ersten Freudenschock über diesen unerwarteten Erfolg denke ich, daß man nun wirklich auf´s Ganze gehen sollte.
Ich hätte bitteschön das Gebäude zurück, das von modernistischen Vandalen in die Luft gesprengt wurde und das von ebensolchen Ignoranten bekämpft wird als würde sein Wiederaufbau die gesamte zeitgenössische Architektur in ein neugründerzeitliches Chaos stürzen.
Ich denke dabei an die Dresdener Frauenkirche. Gab es in Dresden eine solche penetrante Lobby, die partout auf einer Symbiose aus alt und modern bestand? Einer Art Gedächtniskirche, halb neoromanisch, halb Eiermann-Beton? Diejenigen, die sich immer so angeekelt gegen jedwede Retrotendenzen verwahren, führen sich im Gegenzug auf wie Wilhelm Zwo, der den Jugendstil am liebsten verboten hätte.
Verspielten, fein austarierten Barock mit brachialen, an NS-Architektur erinnernden Elementen verbinden zu wollen, übertrifft alles, was unbedarfte Zuckerbäckerarchitekten an Entgleisungen hätten anstellen können.
Dancing… äh Kreuzberger (panta rhei)
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